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28.05.11-29.05.11
Playoffs Hannover


 

WAS IST LACROSSE ?

Lacrosse

...ist ein Feldspiel für zwei Mannschaften. Es wird mit einem Ball und mit einem Schläger (Stick) gespielt. Der Stick ist mit einem Fangnetz (Pocket) versehen. Damit wird der Ball gefangen, getragen und geworfen. Ursprünglich spielten die Ureinwohner Nordamerikas dieses Spiel als Training zur Kriegsführung. Sie nannten es Baggataway. Später übernahmen die Frankokanadier dieses Spiel. Sie bezeichneten den oberen Teil des Schlägers als la crosse, weil er einem Bischofskrummstab ähnelt. Die National Lacrosse Association (jetzt Canadian Lacrosse Association) wurde 1867 als Dachverband gegründet. Seither ist Lacrosse zum kanadischen Nationalspiel geworden. 
Das Spiel wird auch in einigen europäischen Ländern gespielt und ist seit 1880 auch in den USA weit verbreitet. Lacrosse war zuerst hauptsächlich in Colleges im Osten und im Süden der USA beliebt. Es verbreitete sich nach und nach im ganzen Land und wurde in die Sportprogramme von High Schools und Sportvereinen aufgenommen.

Ausrüstung

Lacrosse der Herren wird auf einem 55 Meter breiten und 100 Meter langen Feld gespielt. Hinter jedem Tor ist ein 14 Meter breiter Freiraum. Die Regeln für Lacrosse der Damen schreiben keine festen Begrenzungen vor. Es wird aber vorzugsweise auf einem 64 Meter breiten und 110 Meter langen Feld gespielt. Jedes Tor besteht aus zwei 1,80 Meter hohen Pfosten, die oben mit einer 1,80 Meter breiten Querstange verbunden sind. Ein an der Vorderseite offenes, pyramidenförmiges Netz wird an Pfosten und Querstange sowie an seinem Scheitelpunkt 2,10 Meter hinter der Torlinie befestigt. Der Ball besteht aus Hartgummi und hat einen Umfang von üblicherweise etwa 20 Zentimetern (7H bis acht Zoll) und ein Gewicht von etwa 145 Gramm (fünf bis 53 Unzen). Der Schläger ist bei den Herren zwischen 102 und 183 Zentimeter und bei den Damen zwischen 92 und 112 Zentimeter lang. 
Der obere Teil des Schlägers ist gekrümmt. Um den gekrümmten Teil herum sind Schnüre aus Leder, starkem Zwirn oder Leinenkordeln zu einem Netz verwoben. Heute benutzen die Feldspieler einen Schläger mit einem Griff aus Titan, Aluminium, Graphit oder Holz. Nur der Schläger des Torhüters darf breiter als etwa 25 Zentimeter sein. 
Eine Herrenmannschaft besteht aus zehn Spielern, eine Damenmannschaft aus zwölf Spielerinnen. In Kanada spielt man eine beliebte Unterart von Lacrosse namens Box lacrosse, bei der Mannschaften mit je sechs Spielern auf einem von Banden umgebenen Feld von 27 Meter Breite und 54 bis 61 Meter Länge mit hartem Belag gegeneinander antreten. In den USA gibt es in dieser Art von Lacrosse eine Profiliga, die Major Indoor Lacrosse League. In der amerikanischen Variante ist die 60-minütige Spielzeit des Feldspieles in vier Spielabschnitte oder Viertel unterteilt, wobei jede Mannschaft pro Halbzeit zwei Auszeiten nehmen darf. Zwischen dem ersten und dem zweiten sowie dem dritten und dem vierten Spielabschnitt gibt es jeweils zwei Minuten, zwischen dem zweiten und dem dritten Abschnitt zehn Minuten Spielpause. Bei den Damen gibt es zwei 25-minütige Spielabschnitte mit einer zehnminütigen Halbzeitpause.

REGELN

Eine Herrenmannschaft besteht aus einem Torhüter, drei Angriffsspielern, drei Mittelfeldspielern und drei Abwehrspielern. Eine Damenmannschaft setzt sich aus sechs Defensiv- und sechs Offensivspielerinnen zusammen. Der Torhüter hat wie jeder andere Spieler einen Schläger, er darf das Tor aber auch mit dem Körper und mit den Händen verteidigen. Ersatzspieler sind erlaubt. Die Spieler tragen üblicherweise Turnhemden, kurze Hosen und Stollenschuhe. 
Zur Schutzausrüstung der Herren gehören Helme mit einem Gesichtsschutz aus Stahldraht, leichte Schulter- und Armpolster sowie Handschuhe ähnlich wie beim Eishockey. Das Ziel des Spieles ist es, den Ball mit dem Schläger zwischen die Torpfosten der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Im Allgemeinen gelten folgende Spielregeln: Jedes Tor zählt als ein Punkt und die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt, gewinnt. Steht es bei den Herren am Ende der Spielzeit unentschieden, gibt es so lange vierminütige Nachspielzeiten, bis ein Tor fällt. Steht es bei den Damen unentschieden, wird zweimal drei Minuten nachgespielt. Steht es immer noch unentschieden, wird wie bei den Herren nachgespielt, bis das entscheidende Tor fällt. 
Das Spiel beginnt durch das Face Off: Bei den Herren stehen sich in der Mitte des Spielfeldes jeweils zwei Spieler mit dem Rücken zum eigenen Tor und dem Schläger am Boden gegenüber. Der Ball liegt zwischen den Schlägern. Auf ein Zeichen des Schiedsrichters versuchen die Spieler den Ball in eine möglichst gut Position, d.h. in die Richtung eines Mitspielers oder vor sich selber, zu bringen. Das Spiel der Damen beginnt anders. Der Ball wird hier zwischen den Schlägern von zwei Gegenspielerinnen festgehalten. Auf das Zeichen des Schiedsrichters versuchen die Spielerinnen, in Ballbesitz zu kommen. Der Ball darf grundsätzlich nicht mit der Hand berührt werden. 
Die Spieler dürfen den Ball nur mit dem Schläger fangen, tragen und werfen. Ballabgabe kann in jede Richtung, rückwärts, vorwärts oder seitwärts, geschehen. Weite Würfe sind erlaubt, aber selten. Ein Spieler läuft normalerweise so lange mit dem Ball, bis er ihn an ein nahestehendes Mannschaftsmitglied abgeben kann. Ein Spieler kann einen gegnerischen Spieler, der gerade den Ball annimmt oder in Ballbesitz ist, aus seiner Feldposition drängen oder ihn mit einem so genannten Bodycheck (Körperangriff) stoppen. Ein Bodycheck darf nicht von hinten erfolgen. Der Angreifer darf auch nicht mit seinem ganzen Körper in die Luft springen. Er muss einen Fuß auf dem Boden lassen, während er sich gegen einen anderen Spieler wirft. Der Schläger darf auch dazu benutzt werden, um den Ball aus dem Schläger eines Gegenspielers zu entfernen. Beim Spiel der Damen ist jeder Körperkontakt verboten. 
Der Ball befindet sich innerhalb der Feldbegrenzungen und im Freiraum hinter den Toren im Spiel. Wird der Ball über den Spielfeldrand geworfen oder verlässt ein Spieler mit dem Ball das Spielfeld, erhält an dieser Stelle ein Gegenspieler einen Freiwurf - d. h., der Ball wird dem Gegenspieler in den Schläger gelegt, und das Spiel wird mit dem Pfiff des Schiedsrichters fortgesetzt. Innerhalb einer 18 Meter breiten Zone vor dem Tor gibt es keine Freiwürfe. Ein technisches Foul (ein kleinerer Regelverstoß) wird durch eine Zeitstrafe von 30 Sekunden für den Verursacher oder durch einen Freiwurf für den Gegenspieler geahndet. 
Für ein Körperfoul, d. h. einen schwereren Regelverstoß wie Beinstellen oder Stoßen, einen unerlaubten Körperangriff oder eine unnötige Grobheit, erhält der Verursacher eine Zeitstrafe von einer bis drei Minuten. Beim Damenspiel ist die Strafe für einen Regelverstoß eine so genannte Freistellung (free position). Die Defensivspielerinnen müssen 2,70 Meter hinter der freigestellten Spielerin stehen. Diese Spielerin kann dann einen Torschuss versuchen oder den Ball an eine Mitspielerin abgeben. Die Regeln für das Spiel der Damen sehen keine Zeitstrafen vor. 
Das heißt auf Deutsch: Tore schiessen, egal wie (kein Beissen, Treten, Schlagen)!

HISTORY

Eine kurze Geschichte des Lacrosse (von Ingo Heß): 
Es ward die Zeit, als die Tiere die Vögel zu einem großen Ballspiel herausforderten. Das Angebot wurde angenommen und die Trommel schlug zum Tanz. Die beiden Mannschaften versammelten sich zum Spiel. Die Tiere am Boden und die Vögel in den Wipfeln der Bäume. Als zwei kleine Kreaturen, kaum größer als Feldmäuse, den Adler baten, auf Seiten der Vögel mitzuspielen, denn die Tiere wollten sie nicht haben. Aber wie sollten sie? Vierfüssig und ohne Flügel? Der Anführer der Vögel hatte Mitleid und nahm sie auf. Man entschied aus dem Leder der Trommel ein paar Flügel für die kleinen Kameraden auszuschneiden. Und es war Tla'meha, die Fledermaus, geboren. ..." (aus einer alten ind. Sage) 
Die Indianer nannten dieses Spiel "BAGGATAWAY", kleiner Bruder des Krieges. Im Gegensatz zu den Vögeln hatten sie zusätzlich einen gekrümmten Holzschläger mit Netz, um sich den Ball zuzuwerfen und aufzufangen. Zwei Mannschaften versuchten, den faustgroßen Ball in das gegnerische Tor zu schleudern oder hindurchzutragen. Vögel, die Ball spielen! Welch absurder Gedanke. Jean de Br'ebeuf, französischer Missionar, war in der "Neuen Welt", um die "Wilden" zum Glauben zu bekehren. Er hätte sicherlich gut mit dem Märchen der Ball spielenden Vögel leben können. 
Doch Lacrosse war viel mehr für die Indianer. "Heidnische" Tänze waren Auftakt zum Spiel. "Selbstsüchtiges" Wetten auf den Ausgang des Spiels gehörte zum Ritual. Dieses Spiel war Machwerk des Teufels. War ein Krieger von Krankheit befallen, sollten angesehene Männer des Stammes geehrt werden oder wollte man einfach nur den Wettergeist gnädig stimmen, wurde Lacrosse gespielt. 1636 berichtete Vater Jean de Br'ebeuf schriftlich seiner Obrigkeit im fernen Frankreich von seinem "schweren Stand" in der Neuen Welt, dem heutigen Kanada. Er benannte das Indianerspiel "lacrosse", weil der Schläger einem Bischofsstab (frz.: la crosse) so ähnlich sah. Damit war Lacrosse erstmalig urkundlich erwähnt. 
Zwei Jahrhunderte später wollte nun auch der "Weiße Mann" dieses Spiel als Sport ausüben. Er verzichtete jedoch auf die traditionellen Riten wie Tanz oder Segnung der Schläger. Stattdessen führte er strenge Regeln ein: Spielfeldbegrenzung, eine feste Anzahl von Spielern und Schutzausrüstung. Lacrosse eroberte die Collegekultur im Osten Nordamerikas. Von dort aus führte der Siegeszug nach England und durch das gesamte britische Commonwealth. Heute wird nicht nur im englischsprachigen Raum Lacrosse gespielt, auch Japaner, Schweden, Tschechen und Deutsche celebrieren das alte Indianerspektakel. Sicherlich, die moderne Form hat einiges vom nostalgischen Charme ihres Vorbildes verloren. 
Der Holzschläger hat ausgedient. An seine Stelle ist der ultra-leichte Titaniumschläger mit Plastikkopf und Nylonnetz getreten. Bei der Schutzausrüstung löste leichter Kunststoff schweres Leder ab. Aber eben dieser Fortschritt war und ist verantwortlich für eine rasch wachsende Popularität. Das Spiel gewann an Schnelligkeit und aufregender Unterhaltung. "Raketenschüsse", pfeilschnelle Doppelpässe und spektakuläre Torwartparaden finden weltweit immer mehr Fans. Und wenn der Zuschauer für einen Moment die moderne Ausrüstung vergißt, sieht er vielleicht die Fledermaus fliegen - wie sie ihre Haken schlägt und über das Spielfeld jagt. "...Schließlich war es Tla'meha, die den Herrschern der Lüfte durch ihre Geschicklichkeit und Rasanz einen glorreichen Sieg über die Erdentiere bescherte. Denn der Ball fiel nie zu Boden."